Hans im Glück – Digitalmoderne Identität

Das Modell heutiger Identitätsbildung ist das Nach-Hause-Gehen. Das Glück wird da gesucht, wo ich – befreit vom Ballast des Fremden – Erlebnisse haben kann ohne verändert zu werden, wo ich bei mir bin, ohne noch fragen zu müssen, wer ich bin und wo Irritationen, die diese Frage evozieren könnten, umgangen werden können. Es ist eine… Continue reading Hans im Glück – Digitalmoderne Identität

Published
Categorized as Allgemein

Quodlibet. Das Beliebige – Ton einer kommenden Sozialität

Das Beliebige, das Quodlibet – das ist das, was beliebt. Es ist eine Weise zu lieben: Ursprünglich war das Quodlibet eine akademische Disziplin. Im 14. Jahrhundert war die «Disputatio de quodlibet» an der Universität von Paris jener Teil der wissenschaftlichen Verständigung, der der streng regulierten Disputation einer Thesis folgte. Auch das Quodlibet war reguliert, aber… Continue reading Quodlibet. Das Beliebige – Ton einer kommenden Sozialität

Published
Categorized as Allgemein

Scham als Lebensform

Klar, hell, ohne Grenzen, durchlässig: Transparenz ist ein Gebot der Zeit. Wir wollen ganz nah dran sein, unmittelbar, unbegrenzt, wir wollen einander nah sein, einfach so und direkt, ohne das Schützende, ohne Schleier, ohne das Opake, das undurchsichtig macht. Distanzen sollen abgebaut, Grenzen überschritten, die Differenzen aufgehoben werden. Alles soll durchsichtig sein, sodass nichts Verborgenes mehr dahinter bleibt. So sind… Continue reading Scham als Lebensform

Published
Categorized as Allgemein

Eros des Unmöglichen 

Wenn Baudrillard mit seiner These recht hatte, dass die Arbeit der Moderne eine Arbeit des «realisierens» ist, nämlich das Real-Machen alles Möglichen – (das heißt: alle Möglichkeiten auszuschöpfen und in der Realität auszuprägen, bis alle möglichen Gedanken gesagt sind, bis alle möglichen Erfindungen gemacht sind, alle möglichen Verbrechen begangen sind, alle möglichen Berufe ausgeübt und alle… Continue reading Eros des Unmöglichen 

Published
Categorized as Allgemein

So oder so: wir sind Chamäleons im Spiegelkabinett

Ein Chamäleon, das in ein Spiegelkabinett gesetzt wird, so will ein Experiment bestätigt haben, wird grün – die Farbe, die Chamäleons in Angstzuständen annehmen. Folgt man den Erzählungen vieler Digital-Kritiker, so scheinen auch wir solche grünen, ängstlichen Chamäleons zu sein, die sich nur noch durch eine permanente 360 Grad–Spiegelung im Aussen selbst erfahren und jedweden… Continue reading So oder so: wir sind Chamäleons im Spiegelkabinett

Published
Categorized as Allgemein

the subject is the message

Marshall McLuhans berühmte Formel «The Medium is the Message» beruht auf der Voraussetzung, dass «Medien als Umwelten funktionieren.» Medien, nach McLuhan, funktionieren als Programmierer der Biographie, als Gestalter zwischenmenschlicher Beziehung, als Erzieher und als Mittel der Sozialisation. Wenn die Medien sich verändern, ändert sich das Leben: «Alles verändert sich – du, deine Familie, deine Nachbarn,… Continue reading the subject is the message

Published
Categorized as Allgemein

hölle: wenn ich mich selbst anrufe, ist immer besetzt.

Für den Philosophen Jean Baudrillard war das ganze Medienspektakel eine «Hölle». Eine «Hölle des Gleichen», wo ich in eine Verwechslung mit mir selbst eingesponnen bin und mir selbst nicht mehr entkomme. So gesehen, ist das Digitale aber gar nicht ein Medium der Manipulation in eine bestimmte Richtung. Es ist gerade nicht der Big Brother, der… Continue reading hölle: wenn ich mich selbst anrufe, ist immer besetzt.

Published
Categorized as Allgemein

ist die analoge welt eine analogie der digitalen geworden?

Wenn die Grenzen von Digitalem und Nicht-Digitalen verfliessen und dies sich derart normalisiert hat, dass es kaum mehr als etwas besonderes wahrgenommen werden kann, so kann man – mit Jean Baudrillard denkend – sagen, dass das Digitale eigentlich schon wieder dabei ist zu verschwinden. Gerade indem das Digitale zum universalen Paradigma wird, entzieht es sich… Continue reading ist die analoge welt eine analogie der digitalen geworden?

Published
Categorized as Allgemein

krise bitte

Wenn das Digitale nur noch die eigenen Vorlieben, Interessen und Meinungen reproduziert – wie dies die Algorithmen von Google, Amazon und Facebook forcieren – dann verliert das Digitale seinen medialen Charakter. Es vermittelt nicht mehr ein Anderes, Neues, Fremdes, sondern fängt mich in der «Filter Bubble», und erlaubt, dass ich mit mir selbst identisch bleibe.… Continue reading krise bitte

Published
Categorized as Allgemein

oberflächlichkeit der finger, exteriorität

Wenn Oberflächlichkeit – Exteriorität – eine Haltung ist, die das Wesentliche in dem sieht, was an der Oberfläche erscheint, dann kann im digitalen Leben die Oberflächlichkeit aufhören, eine Untugend zu sein. Das Digitale ist das mit den Fingern vermittelte: digitus=Finger, im Sinne der zählenden Finger. Jetzt, da das Leben selbst digital wird, zählen die Finger… Continue reading oberflächlichkeit der finger, exteriorität

Published
Categorized as Allgemein